Diese Momentaufnahme des 11. September ist für mich, neben der Flugzeugeinschläge und der einstürzenden Gebäude, das wohl beklemmendste und verstörendste Motiv der Anschläge, weil es die Tragik noch viel persönlicher vermittelt.
Mindestens 200 Menschen, die oberhalb der brennenden Stockwerke eingeschlossen waren, entschieden sich für den Sprung. Das Maß an Verzweiflung und Angst ist für mich schlicht unvorstellbar. Der Gedanke, “Irgendwie wäre man doch durch den Rauch und die Flammen gekommen.”, drängt sich im Nachhinein zwar auf, aber jeder einzelne Sprung ist der Beweis, dass es anscheinend unmöglich war. – Der Tod durch Rauch und Flammen oder der Sprung ins Ungewisse und den wohl ebenso sicheren Tod. Ein Moment, der die Begriffe “rational” und “irrational” aufzuheben scheint. Was muss es für einen Menschen bedeuten, diese Entscheidung innerhalb von Minuten oder Sekunden zu treffen? Welche Szenarien haben sich abgespielt, die einen Mensch dazu bewegen, den Sprung als einzigen Ausweg in Betracht zu ziehen?
Niemand von uns wird diese Fragen auch nur annähernd beantworten können.

Zum dem Motiv selbst gibt es auf Wikipedia einen sehr eindringlichen Kommentar, den ich bewusst hervorheben möchte, weil er alle Emotionen und die Bedeutung dieser Fotografie zusammenfasst. Wer seine Augen vor solchen Bildern, der Realität, verschließt, verschließt sein Herz.
The photographer has noted that, in at least two cases, newspaper stories commenting on the image have attracted a barrage of criticism from readers who found the image “disturbing.” Regarding the social and cultural significance of ‘The Falling Man’, theologian Mark D. Thompson of Moore Theological College says that “perhaps the most powerful image of despair at the beginning of the twenty-first century is not found in art, or literature, or even popular music. It is found in a single photograph.”
