Moleskine

Nach exakt 356 Tagen war mein Notizbuch vollgeschrieben. Es hielt nicht einmal bis zu meinem nächsten Geburtstag, und dabei habe ich nur eine einzige Seite herausgerissen.

Die letzte Seite ist aus stärkerem Papier als die anderen. So wie die Erste.

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Kosmisches Bla – Die Traumreise

Hier könnt ihr meine beiden Texte, die ich gestern während des Kosmischen Bla’s improetrisiert habe, nachlesen. Wir haben hart gelacht. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerin Jule Weber! Die Lampe hole ich mir zurück.

Ausgesorgt

Ich hatte eigentlich immer den Plan, mit 30 ausgesorgt zu haben. Jetzt bin ich 25 und kann meine Miete immer noch nicht per Dauerauftrag überweisen, treibe umher im Schatten des Rotlichts, und in Urlaub geht es sowieso nur mit dem Billigflieger. Weiterlesen

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Autofreier Sonntag

2012 begann dank vieler lieber Menschen mehr als grandios.

Der erste Text des Jahres, gestern beim Vorsprechtermin im Ponyhof vorgetragen.

Irgendwann war es soweit. Ich musste zum TÜV. Die mittlerweile seit 4 Monaten abgelaufene Plakette an meinem Nummernschild fiel immer mehr auf in der Nachbarschaft, und ich kassierte von Woche zu Woche neue Strafzettel und Mahnungen, wozu sicherlich auch der „Bullenschweine, Bullenschweine Oi Oi Oi“-Aufkleber seinen Teil beitrug.

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Am Ende

Es ist ruhig geworden, und ich hasse die imaginäre Jahresgrenze im eigenen Kopf, deren Überschreitung immer näher rückt. Dieser Gang ruft vieles ins Bewusstsein. Vieles, das ich nicht mag.

Letztes Jahr habe ich eine CD verschenkt. Vielleicht mache ich das wieder.
Diese kommt in Frage. Gotye – Making Mirros

 

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Für die Anderen

In folgendem Gedicht geht es um Menschen, die ein Schattendasein in unserer Gesellschaft führen.

Du fängst die Blicke und jeder Blick fängt dich
Offenbarst dein Herz im schummrigen Licht
Redest von deinen Träumen, doch gehört wirst du nicht.

Sie stehn’ vor dir wie alte Gespenster
Und beobachten dich, wie die Oma am Fenster
Alt und jung, von allen Sorten
Du weißt wie es läuft, versteckst dich hinter den Worten.

Sie warten auf dich und du wartest auf sie
Wirst dann noch bewertet wie ein Stück Vieh.

Du musst sie berührn in jeder Nacht
Und am Ende wird doch dann meist nur gelacht.

Stellst dich kurz vor, und dann geht es los
Sie schauen dich an, und du fühlst dich groß
Denn die Meute wartet – und lechtzt nach Trost.

Sie kriegen Stumpfsinn und Liebe oder Tiefgang und Hiebe
Jeder kriegt was er mag nur, während du tickst wie die Parkuhr.

Ein paar Minuten, dann ist es zu Ende
Sie sind zufrieden und dir beben die Hände.

Es sind so viele, du kennst keine Namen
Sie kommen und gehen und manchmal auch Damen.

Warst du dann auch noch gut und hast sie entzückt
Dann haben sie Mut und kommen zurück.

Sie bezahlen für Spaß, aber du ziehst dich aus
Dein Herz springt wie Glas und dann gehn sie nachhaus.

Jetzt sitzt du da, wieder ganz alleine
Riechst noch nach Schweiß und zählst schon die Scheine.

Geschmeichelt, umgarnt, damit sie wiederkommen
Du hast die Hemmung verlorn’ und Beachtung gewonnen.
Und nur das wolln’ sie von dir
Du befriedigst die Gier
In einem Augenblick nicht im Jetzt, nicht im Hier.

In diesen Momenten gehört die Welt
Wirst von allen beäugt und stehst da wie bestellt
Fragst dich noch, ob es allen gefällt
Und wunderst dich dann, gehör ich mir selbst?

Dafür lieben sie dich und dafür liebst du sie
Aber richtige Liebe, das kanntest du nie.

Du hast ihnen alles erzählt, deinen Körper gequält, und ihre Hüllen beseelt
Nur weil du machst, was dir Macht gibt, bis jeder aufschaut und weg sieht.

Und so kommts’ das am Schluss
Trotz all der Gesichter und dem Gefühlsüberschuss
Nur noch eins existiert, plötzlich – illuminiert
Ist das, was bleibt, oft nur noch Selbstmitleid.

Das Licht geht aus, dein Dienst ist getan
Du willst nur noch raus, und verfällst diesem Wahn.

Deine Finger jucken, weil deine Gedanken zucken
Deine Lippen gespitzt, wollen die Worte ausspucken.
Auf einmal merkst du es, bist völlig schockiert
Du bist Poetry Slammer – Wie ist das nur passiert?

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Feel free for fee

Es lohnt sich doch immer wieder, auf den Text eines Songs zu achten. Im Radio kann das allerdings auch manchmal sehr schmerzhaft sein. Besonders in Zeiten anspruchsloser, refrainlastiger und vornehmlich englischsprachiger Popsongs, die im Radio hoch und runterlaufen. Während amerikanische Popmusiker und angesagte Rapper in Worten, knapper als die Röcke der Frauen, die dazu im Club tanzen, davon berichten, wie aufregend ihr Leben ist und wie viel Kilo Glitter sie täglich verspeisen, spezialisieren sich deutsche Musikkünstler vermehrt auf das professionelle Klagen bis Heulen.
Auf der einen Seite versucht also David Guetta überall, nur nicht gut, mitzumischen, und es bellt dieser Pittbull, von dem ich mich immer noch frage, warum er noch keinen Maulkorb trägt, herum, und auf der anderen Seite fragen wir uns, wovon wir träumen sollen, während wir schnell noch 148 Mails checken, was aber vollkommen egal ist, solange wir sicher sein können, wir sind am Leben.
Das gilt natürlich nicht für das gesamtdeutsche Verständnis für gute Musik , das eigentlich seit jeher mehr tot als lebendig scheint. Vielleicht ist das aber auch alles nur in meinem Kopf? Möglich, aber die aktuellen Charts werden von Songs dominiert, die, zumindest vom kreativen und geistigen Anspruch, die CDs nicht wert sind, auf die sie gebrannt werden. Massen- und clubtauglich produzierte, sehr simpel gestrickte Musik, die nicht würdig ist, mit meinem Hammer auf meinen Amboss einzudreschen.
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Dillon – Thirteen Thirtyfive

 

Wir sollten Dillon im Auge und ihre Stimme ihm Ohr behalten, denn wir werden wohl noch einiges zu hören bekommen. – Danke, Antho!

Dillon Live am 09.12.11
Karlstorbahnhof Heidelberg, 21.00 Uhr
Eintritt AK 12 €, VVK 10 € + VVK-Gebühr

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Im Kopf ist alles so

Ich will mich nicht verloren fühlen.

Und dabei weiß ich, dass ich die Kontrolle über mein Leben habe.
Aber ich fühle es nicht. Ich treibe umher, stoße hier und da ans Ufer, halte meinen Arm in den Fluss der Zeit und drehe mich ein wenig. Ich peile an und lenke zaghaft.
Für Entschlüsse fehlt Entschlossenheit und Absichten sind Gespenster. Alles in mir drinnen, ich, unbewusst gelebt und von mir selbst gesteuert. Lehne mich zurück, weil ich es kann. Lehne mich zurück und sag mir, ich hab hier schon lange nichts mehr zu sagen.

Ich muss mein Leben nur in die Hand nehmen, denn da liegt es schon. In meiner Hand.
Liegt dort und schläft, und ich flüster leise – He’s got the whole world in his hands.
Aber ich seh so gerne zu. Mir selbst und den Leuten im Café, als wäre ich nicht da.
Bin ich es denn, nur weil man mich nach dem freien Stuhl fragt?
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Tanz doch mal wieder

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Bacio

Du liegst vor mir, nackt, bist wunderschön, und ich fühle mich nicht mehr hässlich,
sondern angenehm bedeutungslos und gleichsam groß im Schatten des blassen Lichts,
den dein warmer Körper wirft. Jede Last fällt ab, und ich falle unbeschwert.
Durch mich, durch dich, durch das Bett, durch die Zeit. – Bitte bleib und halt mich fest.

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