Neulich hieß es wieder mal, Antreten zum Kosmischen Bla. Beim Versuch, die kosmische, defekte Wunderlampe zurück zu erobern, gab es wieder Improetry vom Feinsten!
Hier sind meine spontanen Impro-Beiträge für alle, die sie nochmal nachlesen möchten.
Posttote
Meine richterlich verordnete Aggressionstherapie begann meinem letzen, großen Ausraster, als der Postbote wieder einmal klingelte, als ich unter der Dusche war.
Ich hörte die Klingel viel zu spät, nur noch ein schwaches Echo der Klingelmelodie, als ich mir mit dem Duschkopf Wasser in den Mund sprühte und dazu Blubbergeräusche machte. Durch das gekippte Badezimmerfenster sah ich dann gerade noch das gelbe Postauto.
Du Arschloch, dachte ich, zog noch einmal an der Zigarette, die ich immer unter der Dusche rauche, und sprang nackt aus der Dusche und aus dem Bad hinaus.
In der Eile blieb ich mit dem kleinen Zeh an der Tür hängen, schreite auf und riss sie dann aus der Angel. Humpelnd und nass von der Dusche schleppte ich mich in den Garten Richtung Geräteschuppen. Na warte du mieser Penner, du wirfst mir keinen gelben Zettel mehr ein. “Sie waren nicht zuhause, bitte holen sie ihr Paket in der Filiale, aber NICHT vor morgen 12 Uhr.” Im Schuppen griff ich nach meiner alten Kettensäge, rannte Richtung Straße, stolperte und fiel in den Laubhaufen in meiner Einfahrt. Dabei ritzte mir die rostige Kette der Säge ein SS-Symbol in die Stirn.
Schmutzig, mit matschigem Laub übersät und mit Blut im Gesicht rannte ich hinter dem Postauto her. Der Fahrer hielt den Wagen nur ein paar Häuser weiter, stieg aus, kramte etwas hervor, das wie ein Käsebrot aussah und nutzte es als Schreibunterlage für einen weiteren gelben Zettel.
Und er hat noch nicht mal geklingelt!
Du Ratte, schrie ich, riss an der Kettensäge, die daraufhin donnernd ansprang. Der Postbote versteinerte augenblicklich. In einer panischen Reaktion warf er mir das Käsebrot entgegen, das ich noch in der Luft zerteilte.
Dann blieb ich vor ihm stehen und fragte schnaufend, wo mein Paket ist. Er fragte mich geistesgegenwärtig nach der Hausnummer. Ich sagte sie ihm und leckte am heißen Motor der Säge, um ihm zu zeigen, wie ernst es mir war. Er hechtete in den Wagen, kramte das raus und hielt es mir mit diesem elektronischen Unterschriftending hin. Ich zersägte es in seiner Hand und sagte, da schreibt doch eh keiner leserlich drauf!
Er sprang in den Wagen, fuhr davon und ich schaute mir den Umschlag an. Es waren die Unterlagen zur Volkszählung.
Bananen-Gleitgel
Ich werde euch nun vom peinlichsten, demütigensten Moment meines Lebens erzählen.
Dieser Moment hat mich tief im Inneren berührt.
Anfangs tat er besonders weh, da es etwas vollkommen neues für mich war.
Doch mit der Zeit, die sich in diesem Moment unglaublich zu dehnen schien, öffnete ich mich immer mehr und begann, zu verstehen, dass auch ungewöhnliche Dinge ganz normal sein können, solange nicht die eigenen Großeltern involviert sind.
Ich kannte viele fragwürdige Methoden. Die Thermoskanne mit Hackfleisch, die zwei Schnitzel zwischen der Heizung oder auch den berüchtigten Maiskolben mit anschließendem Pop-Corn.
Aber das war neu. Vielleicht hatte ich mich bisher auch immer verschlossen. Vielleicht war ich nicht hart genug, aber der Anblick verstörte mich nachhaltig.
Meine Oma. Mit der Banane. In ihrem Mund.
Wieso? Wieso ich?
Hat das mit der Vakuumpumpe und der Rohrzange damals nicht ausgereicht, um die Seele eines zehnjährigen Jungen vollends zu schänden? Und nun das Obst!
Eine Banane. Nicht mal eine Chikita.
Immer wieder rein in ihren Mund und überall klebte das Gleitgel. Es tropfte herunter als sie genüsslich schmatzte. Ich stand fassungslos vor ihr als sie mich erblickte und den Mund leerte. Ich wartete auf eine Reaktion, bis sie plötzlich grinste und sagte:
“Also Marc, dieses neue Erdbeeresirup ist total lecker! Das musst du mal mit einer überreifen Banane probieren.”
Daraufhin weinte ich Tränen mit Erdbeergeschmack.

